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Manni´s VOX

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Für mich Stand schon einige Zeit fest mir neue ordentliche Standlautsprecher selbst zu bauen. Da bietete es sich natürlich an, bei einer Woche Urlaub, die Schreinerwerkstatt im Labor unter Beschlag zu nehmen.

Kurz etwas zum Gehäuse und Weichenkonstruktion.

Das Grundkonzept wurde einer Visaton 253 entnommen, d.h. Bassreflexabstimmung mit einem 10 Zoll Subwoofer an der Seite und in der frontseitigen Schallwand eine D' Appolito Anordnung mit einem 1Zoll Hochtöner und zwei 5Zoll Tiefmitteltönern. Durch diese Anordnung erreicht man eine Richtwirkung im vertikalen Hörbereich. Dadurch werden Reflektionen von Boden und Decke minimiert.

Die Weichen wurden entsprechend dem Bauvoschlag, bis auf die Bauteilequälität, nachempfunden und beigehalten. Die Gehäuseaussenabmessungen, und das geschlossene Volumen für die Tiefmitteltöner entsprechem ebenfalls dem Bauvorschlag. Es wurden nur geringfügige Anpassung durchgeführt. So wurde die Weiche nach aussen verlegt um Modifikatione leichter durchführen zu können. Die Fläche des Bassreflexschachts wurde verkleinert und die Länge beibehalten. Die inneren Verstrebungen wurden ebenfalls abgeändert.

Als Material kam 19mm und 22mm MDF zum Einsatz. Das zusammengeleimte Gehäuse wurde innen mit 4,6mm starken selbstklebenden Bitumenmatten gegen Resonanzen und Schwingungen bedämpft. Die Bitumen brachten pro Lautsprecher nochmal zusätzlich 4 KG Gewicht. Em Ende bringt ein Lautsprecher 39,1 KG auf die Waage!!!

Alle Lautsprecher-, Weichenschacht- und Bassreflexschachtfräßungen werden erst ziemlich am Schluss durchgeführt da das Gehäuse mit Echholz furniert wurde und somit das Furnier nicht ausfranst. Da man Echtholzfurnier in keinem Baumarkt bekommt, Schreinereien wenn dann nur eine begrenzte Auswahl haben konnte ich glücklicherweise ein Furnierwerk mit Großhändler in Karlstadt ausfindig machen. Dorte wurden es dann 13 QM amerikanischer Nussbaum. Die nichtmal 1mm starken Furnierstreifen wurden dann mit möglichst viel Druck, Gewicht und Körpereinsatz Seite für Seite vollflächig verleimt und verpresst. Die Kanten wurden vorsichtig mit einem Bügeleisen nachgebügelt. Durch die Hitze verdampft das Wasser im Leim und er bindet viel schneller ab. Die Stoßkanten wurden dann mit Feile und Schleifpapier etwas abgeschliffen.

Nachdem alle Seiten furniert und geschliffen waren begann ein anspruchsvoller Bauabschnitt, nämlich alle Fräßungen durchführen. Mit einem Fräßzirkel wurden alle Lautsprecherausschnitte eingefräßt damit die Lautsprecher versenkt eingebaut werden können. Die Ausschnitte für den Korb und den Antrieb wurden ebenfalls mit dem Fräßzirkel durchgeführt. Beim Subwoofer wurde aufgrund zwei doppelt verleimten 19mm MDF Platten und nicht genügend Fräßtiefe der Rest mit der Stichsäge ausgeschnitten. Für die M4 und M5 Einschlagmuttern zur Befestigung der Lautsprecher wurden Löcher gebohrt und der Weichenschacht und die Bassreflexöffnung wurden mit einem Bündigfräßer ausgefräßt.

 

Nach allen notwendigen Fräßarbeiten gings erstmals ans aufräumen. In der kompletten Schreinerwerkstatt hat sich eine goldgelbenen MDF-Staubschicht verteilt. Nach gut einer Stunde aufräumen und kehren gings an die Kabelverlegung im Gehäuse. Die für die Kabel notwendigen Löcher wurden mit Montagekleber abgedichtet. Zur Bedämpfung innerhalb das Gehäuse wurde Sonofill ins Gehäuse gepackt und danach die Kabel an den Lautsprechern und der Weiche angelötet.

Erster Probelauf, es funktioniert alles. Danach war die Woche vorbei und es ging bei mir zuhause im Keller weiter. Alle Chassis wurden wieder ausgebaut und die Ausschnitte mit Karton verschlossen.

Um die Gehäuseseiten für den Parkettlack vorzubereiten wurden die Seiten erst mit 120er, dann mit 180er und zum Schluss mit 240er Papier geschliffen. Alle Seiten mit einem Microfastertuch sehr gut sauber machen und die erste Lackschicht aufbringen. Mindestens 24h im warmen Keller trocknen lassen und vorsichtig mit 240er Papier schleifen und die nächste Schicht drauf. Wieder warten bis es trocken ist und nochmal schleifen und lackieren. Danach den Vorgang nochmal wiederholen und alles wieder einbauen und sich über das tolle Ergebnis freuen. Mal einen kurzen Vergleich zwischen lackiert und lackiert dokumentieren und das lackieren beim zweiten Gehäuse durchführen.

Einen kurzen Hörtest gabs auch schon. Sie klingen deutlich besser als meine alten Canton Ergo 1200DC und mein Auto. Die Bühnenabbildung ist dank der D' Apolitto gigantisch breit und räumich wenn es die Musik zulässt. Die Auflösung und Stimmenwiedergabe ist ebenfalls sehr gut. Dynamik, gibt’s gerade im Tiefbassbereich im Überfluss. Da mein Wohnzimmer egtl zu klein für die Lautsprecher ist und ich nicht genügend Abstand zu den Wänden haben kann muss ich das Innerer noch zusätzlich Bedämpfen und den Tiefbass und Bassbereich per Equalizer absenken. Dafür machts beim Heimkino glotzen um so mehr Spaß wenn es zusätzliche Attake im niederfrequenten Bereich gibt.

Hätte schon wieder lust ein paar Lautsprecher zu bauen, mal gucken was es als nächstes wird.

So jetzt hier noch eine kleine Auswahl an Bilder.

Alle Bilder findet man in der Gallerie und zwar hier: Manni´s VOX

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. November 2012 um 22:01 Uhr